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Hans-Henning Paetzke
Heimatwirr
Roman

Von Angepassten und Unangepassten

Ein Mann verlässt Familie und Geliebte, um sich in West-Deutschland als literarischer Übersetzer zu etablieren. Schließlich holt er seine Frau Gizella und seinen Sohn Bence nach, der als Neunjähriger bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt. Plötzlich taucht Rosa, die Tochter seiner Geliebten, auf, die aus einem Ostberliner Kinderheim kommt und auf der Suche nach ihrem Vater ist. Sie beginnt Bences Platz einzunehmen und entwickelt sich zum Störfaktor …
In seinem neuen Roman lässt Hans-Henning Paetzke das autobiografische Moment in den Vordergrund treten, das sich mit dem Leben der anderen verbindet – von kommunistischen Tätern und Opfern aus Ungarn und der untergegangenen DDR, von Spitzeln und Bespitzelten, von Angepassten und Unangepassten.

Bamberger Hörnla

Bamberger Hörnla

Werner Schwanfelder

Vollendender Genuss

Zugegeben, es ist so etwas wie ein Croissant, und auch wenn das Wort eher bodenständig klingt, eben fränkisch: das Bamberger Hörnla. Um Missverständnisse zu vermeiden, sagt man auch Bamberger Hörnchen. Das ist keine fränkische Manie, sich in Hochdeutsch ausdrücken zu wollen. Unter Bamberger Hörnla könnte es zu Verwechslungen kommen. So heißt auch eine Kartoffel. Das Hörnchen ist 60 bis 75 Gramm schwer, goldbraun in der Farbe, sichelförmig mit sich stark verjüngenden Enden. Wichtig: Es schmeckt einfach unglaublich gut.

Hört sich wie Croissant an? Nein. Wirklich nicht. Schon äußerlich. Das Hörnchen ist schmaler, irgendwie eleganter. Innerlich: Aus Milch hergestellt, also eher mit einem Milchhörnchen verwandt. Zwei Bedingungen: Der reine Butteranteil beträgt mindestens 20 Prozent. Und der Hefeteig wird über Nacht geführt. Das unterscheidet von den Croissants. Außerdem: Bamberger Hörnchen genießt man, wegen des Fettanteils, immer solo. Bei Croissants wünschen sich auch die Fans noch einen Geschmacksverstärker, zum Beispiel ein Schokoladenzusatz. Man kann das Hörnchen allerdings bei einer Kaffeepause in den Kaffee eintunken. So vollgesogen mundet es auch.

Angeblich stammt das Hörnchen aus Wien, wo man mit diesem halbmondförmigen Gebäck an die Belagerung durch die Türken 1683 erinnerte. Doch das behaupten nur böswillige Menschen. Schon im frühen 15. Jahrhundert gab es in der Bamberger Königsstraße Nummero 9 einen Bäcker, der Götze Hornlein (= Hörnlein) hieß. Er war der historische Hörnchen-Schöpfer.

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Textquelle:

Schwanfelder, Werner: Bamberg: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Reiseführer, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag, 2015.

Bildquelle:

Ebd.

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