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Frank Meyer

Raum 101
Erzählungen über Männer

Von dem Konflikt mit dem Vater beim Froschschenkeljagen, den abenteuerlichen Gefühlen einer Kinderliebe, den bleibenden Momenten mit dem besten Freund, die erschütternden Erlebnisse beim Bund...teils einfühlsam, teils derb erzählen die Geschichten dieser Sammlung, wie Jungen und Männer sich in verschiedenen Lebensabschnitten bewähren... oder wie sie versagen. 

Ludwig II. von Bayern

Ludwig II. von Bayern

Isabell Meseck

Der Märchenkönig und seine Traumwelt

der 20-jährige Ludwig II. im Krönungsmantel
der 20-jährige Ludwig II. im Krönungsmantel

„Ein ewiges Rätsel will ich bleiben mir und anderen" soll der junge Ludwig einst in einem Brief geschrieben haben. Und diesem Ziel ist er sein ganzes Leben lang treu geblieben. Er lebte zurückgezogen und schuf sich mit seinen berühmten Märchenschlössern Herrenchiemsee, Linderhof und natürlich Neuschwanstein eine verklärte Parallelwelt, in der er als reiner, von Gott berufener König des Mittelalters herrschen konnte.

Schon in frühester Kindheit entwickelte Ludwig II., der am 25. August 1845 auf Schloss Nymphenburg geboren wurde, ein Interesse am Theater und liebte es sich zu verkleiden. Als er im Jahr 1961 zum ersten Mal die Opern „Tannhäuser" und „Lohengrin" von Richard Wagner sah, entwickelte er eine enorme Leidenschaft für mittelalterliche Sagen und Märchen und pflegte auch eine enge Freundschaft zu Wagner, den er später finanziell förderte und somit großen Einfluss auf die deutsche Musikgeschichte übte. Jedoch musste Wagner später Bayern verlassen, da er versuchte Einfluss auf die Regierungsgeschäfte zu nehmen. Jedoch hielten er und Ludwig II. engen Briefkontakt.

Im Jahr 1864 bestieg der als Otto Friedrich Wilhelm Ludwig von Wittelsbach erstgeborene Sohn von König Maximilian II. und Königin Marie Friederike, nach dem Tod seines Vaters, im Alter von 18 Jahren den bayerischen Thron. Er soll selber gesagt haben, dass er viel zu früh und unvorbereitet König geworden sei. Aber trotz fehlender politischer Erfahrung wurde er zeitlebens von seinem Volk geliebt.

Ludwig im Königsschlitten
Ludwig im Königsschlitten

Nach dem verlorenen Krieg gegen Preußen an der Seite von Österreich 1866 war Bayern nicht mehr unabhängig und musste seine Truppen dem Preußischen Oberbefehl unterstellen. Daraufhin zog sich Ludwig II. immer mehr zurück und konzentrierte sich auf den Bau seiner Schlösser, die für ihn zur wirklichen Welt wurden. So schrieb er 1868 in einem Brief an Richard Wagner über das Bauvorhaben eines neuen Schlosses Hohenschwangau, das heutige Schloss Neuschwanstein, und ließ 1874 bei Oberammergau das Schloss Linderhof erbauen, das einzige komplett fertiggestellte seiner Schlösser. 1873 ließ Ludwig II. nach dem Erwerb der Herreninsel im Chiemsee das Schloss Herrenchiemsee als neues Schloss Versailles erbauen.

Der Bau der Schlösser verursachte große Schulden ins seiner privaten Kasse. Jeden Kredit, den er erhielt, nutze Ludwig II. um nach seinen Vorstellungen weiter zu bauen. Auf Drängen der Regierung wurde Ludwig II. von Professor von Gudden als seelengestört und unheilbar krank erklärt und daraufhin am 9. Juni 1886 entmündigt. Sein Onkel Luitpold übernahm einen Tag später als Prinzregent die Regierungsgeschäfte.

Der ehemalige König von Bayern wurde auf Schloss Berg am heutigen Starnberger See gebracht, nachdem er sich in einem Aufruf an sein Volk wenden wollte, um diesen Verrat an ihm und seinem Land zu vereiteln. Am 13. Juni 1886 sterben er und Professor von Gudden unter ungeklärten Umständen im Starnberger See.

Ludwig II. ist heute vielen Menschen als „Märchenkönig" bekannt. Seine Schlösser ziehen alljährlich tausende Besucher aus der ganzen Welt an.

 

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- Vorschaubild: Populäre Ludwig-Darstellung von Carl Theodor von Piloty (Quelle: Wikimedia Commons)
- Bild 1: Der 20-jährige Ludwig im Krönungsmantel,. Gemälde von Ferdinand von Piloty 1865 (Quelle: Wikimedia Commons).
- Bild 2: aus "Die Gartenlaube" 1874.
- Bild 3: König Ludwig II. von Bayern in seinem Todesjahr, Fotografie von Joseph Albert 1886.(Quelle: wikimedia.commons)

Weblink: www.schwangau.de

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