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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Rothenburg ob der Tauber

Rothenburg ob der Tauber

Florian Russi

Mittelalterliche Romantik

Als Inbegriff einer mittelalterlichen deutschen Stadt gilt Rothenburg ob der Tauber. Der Ort liegt an der „Romantischen Straße", die über 413 Kilometer von Würzburg bis nach Füssen führt. Sie ist die älteste Ferienstraße in Deutschland. Die Gemeinde, aus der Rothenburg hervorging entstand um 970. Bis 1116 war sie im Besitz der Grafen von Comberg-Rothenburg, einem Geschlecht, dessen letzter Erbfolger in eben diesem Jahr verstarb. Im Jahr 1274 wurde Rothenburg vom damaligen deutschen König und späteren Kaiser Rudolf von Habsburg zur Reichsstadt erhoben. Diese Stellung behielt sie bis 1803. Danach wurde sie in das 1806 entstandene Königreich Bayern integriert.

Während des 30-jährigen Kriegs wurde die Stadt zweimal besetzt. Aus dieser Zeit hat sich bis heute die Tradition des „Meistertrunks" erhalten. Der Legende nach soll der Rothenburger Bürgermeister Georg Nusch seine Stadt dadurch vor Verwüstungen gerettet haben, dass er eine Herausforderung des Anführers der kaiserlichen Truppen, General Tilly, annahm und in einem Zuge 3 ¼ Liter Wein trank.

Rothenburg war eine der ersten deutschen Städte, in denen sich Juden ansiedelten. Zur Geschichte der Stadt gehört es allerdings auch, dass es mehrmals zu Pogromen gegen die dort ansässigen Juden kam. Im Jahr 1933 erreichte die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei Adolf Hitlers in Rothenburg einen Wähleranteil von 83 %. Das aber war nicht der Grund, warum gegen Ende des 2. Weltkriegs amerikanische Flieger die Stadt bombardierten. Es lag vielmehr daran, dass an diesem Tag das eigentliche Ziel der Bomber, ein Öllager in der Gemeinde Ebrach, im Nebel lag und deshalb kein klares Angriffsziel bot. Weil das Landen mit der Bombenfracht für die Flugzeuge zu gefährlich war, entledigten sie sich ihrer brisanten Ladung über dem nahe gelegenen Rothenburg. Einen weiteren Angriff auf das militärisch bedeutungslose Städtchen verhinderte der amerikanische General Mc Cloy. Er konnte sich daran erinnern, dass seine Mutter ihm von dem romantischen Ort vorgeschwärmt hatte.
Rothenburg konnte wieder hergestellt werden und besticht bis heute durch sein einheitliches mittelalterliches Stadtbild, für das es in Europa nur wenige vergleichbare Beispiele gibt. Über 4 Millionen Touristen besuchen in jedem Jahr die „Romantische Straße" und die meisten von ihnen zieht es nach Rothenburg. Prominentester Besucher der Stadt war übrigens der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergolio, der sich von August bis Oktober 1986 in Rothenburg aufgehalten hat und am 13.03.2013 zum Papst Franziskus I. gewählt wurde. Den Touristen werden viele Feste und Feierlichkeiten geboten. Auch mehrere interessante Museen warten auf sie, darunter das größte deutsche Kriminalmuseum, mit Folterwerkzeugen und Prozessakten aus mehreren Jahrhunderten.

 

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Fotos: Flrian Russi

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