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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Wolfsauslassen

Wolfsauslassen

Andreas Michael Werner

Ein alter Brauch im Bayerischen Wald

Das Wolfauslassen bzw. Wolfsausläuten ist ein alter Brauch im Bayerischen Wald. Ursprung dieses Brauchs ist die Zeit, als Hirten das Vieh vor Bären und Wölfen schützen mussten. Dazu hängte man den Kühen große Glocken um den Hals. Durch das Läuten wurden wilde Tiere verscheucht und entlaufene Tiere konnten zudem leichter wieder gefunden werden. Der Hirte bewachte die Tiere von März bis November. Zum Ende dieser Zeit wurden die Tiere wieder zurück in die heimischen Ställe getrieben und der Hirte kassierte von den Bauern das Gehalt für das gesamte Jahr. Die Hirten unterstrichen ihre Forderungen indem sie sich die Glocken selbst umschnallten, damit lautstark läuteten und sich über ein erfolgreiches Hirtenjahr freuten.

Um diesen Brauch zu pflegen, schnallen sich auch heute noch jedes Jahr am 10. November Gruppen aus den betroffenen Gemeinden große Glocken um und ziehen lautstark von Haus zu Haus. Jedoch haben die Glocken inzwischen nicht mehr die Größe einer gewöhnlichen Kuhglocke. Mit der Zeit wurden die Glocken immer Größer und das Läuten immer lauter. Diese Gruppe wird Wolf genannt. Jede Gruppe hat einen Hirten, der als Anführer der Gruppe fungiert.

Hirtenspruch (im niederbayerischen Dialekt)
„Kimmt da Hirt mit seiner Giart;
hod des Johr mid Freid ausghiart;
27 bis 28 Wocha is a lange Zeit;
hana me scha sakrisch af Martini g’freid;
bine g’sprunga über Distln und Dorn;
hods me scha sakrisch ind Zehan gfroan;
kime hoam, steht a griachal blaue Suppm am Disch;
sogtda wos von am bessan Essen;
haud da Bairin oane ei in’d Fressn;
sogt da wos vo am druckan Ko;
haut na da Bauer oane afe afs Loh;
Geh Bairin mogst ned schnai einespringa,
und a Zwiemakl usabringa,
geh, a Zwiemakl is na ned gnua,
duast na a Sackl Epfe dazua,
Drum haue heid mein Stock am Disch,
dasts wissts das heid Martini is!“

Nachdem der Hirte seinen Hirtenspruch gesagt hat, wird wieder lautstark geläutet und der Hausherr gibt dem Hirten das „Hirtengeld“. Sind nun alle Häuser im Ort abgeläutet, begibt sich die Gruppe in das nächste Wirtshaus. Hier wird bis zum Morgengrauen geläutet und das ein oder andere Bier getrunken.


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Bildnachweis:

Wolfsausläuten im "Wellnesshotel Riedelberg". Fotos von Gudrun Müller

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