Bayern Lese

Gehe zu Navigation | Seiteninhalt
www.bayern-lese.de
Unser Leseangebot

Frank Piontek

Bayreuth
Stadtführer

144 S., Br., 112 x 186 mm, mit Farbabb. und Karten
ISBN 978-3-95462-532-1

2. Auflage: April 2019
1. Auflage: Oktober 2015

Festspielstadt mit UNESCO-Welterbe

Die Wagner-Festspiele haben Bayreuth berühmt gemacht, doch die Stadt hat mehr zu bieten als ein Festspielhaus, eine Künstlervilla und ein Sommerfestival. Sie ist die Stadt des UNESCO-Welterbes: des Markgräflichen Opernhauses, des Dichters Jean Paul und einer reichen Musikszene, und sie hat viele Gärten in einer zauberhaften Umgebung.

Bamberger Fenstersturz

Bamberger Fenstersturz

Werner Schwanfelder

Unglücksfall, Selbstmord oder Mord?

Nicht nur Prag hat seinen Fenstersturz, Bamberg auch. Beweis: eine Gedenktafel an der Ostseite der Neuen Residenz. Sie wird oft übersehen. Louis-Alexandre Berthier (1753–1815) fand hier den Tod.

Berthier war von 1805 bis 1814 Generalstabschef Napoleons. Als dieser auf Elba verbannt wurde, wechselte Berthier auf die Königsseite. Bei Napoleons Rückkehr von Elba, saß sein Ex-Marschall zwischen allen Stühlen. Da er eine bayerische Prinzessin geehelicht hatte, floh er nach Bamberg. Doch dort ergriff ihn das Unheil. Unter mysteriösen Umständen stürzte er aus dem oberen Stockwerk der Neuen Residenz zu Tode. War es ein Unglücksfall, Selbstmord oder gar Mord? Dubiose Augenzeugen wollen beobachtet haben, wie maskierte Männer ihn aus dem Fenster geworfen hätten. Bewiesen hingegen ist nichts. Und auch nicht, dass Napoleon die Schlacht von Waterloo verlor, weil sein tüchtiger Marschall nicht mehr an seiner Seite kämpfte.

Gewiss ist jedoch, dass dieser Fenstersturz in die Bamberger Geschichte einging. Zum Gedenken brachte man sogar eine Tafel an. Aber gerade diese Tafel weckt die Zweifel an dem Ereignis. Wahrscheinlich wurde sie falsch angebracht: Nicht vom 6. Fenster, sondern vom 9. Fenster des Obergeschosses von rechts sprang der Marschall oder „wurde er gesprungen“. Im Übrigen stellt sich die Frage, warum Berthier überhaupt am Fenster stand und somit leicht überwältigt werden konnte. Zeitgenossen vermuteten, dass er nach russischen Truppen Ausschau hielt, die von Osten gekommen seien – und fanden die Erklärung glaubwürdig.


Weitere Informationen:

Gedenktafel an der Neuen Residenz

von der Residenzstraße aus gesehen


*****

Textquelle:

Schwanfelder, Werner: Bamberg: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Reiseführer, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag, 2015.

Bildquelle:

Ebd.

Weitere Beiträge dieser Rubrik

Bamberger Apfelweibla
von Werner Schwanfelder
MEHR
Christiane Eberhardine
von Hans-Joachim Böttcher
MEHR

Bamberger Fenstersturz

Residenzstraße
96049 Bamberg

Detailansicht / Route planen

Werbung:
Unsere Website benutzt Cookies. Durch die weitere Nutzung unserer Inhalte stimmen Sie der Verwendung zu. Akzeptieren Weitere Informationen