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Daniel Köhler

Leipzig
Im Fokus
Mit einem Text von Anne-Katrin Hutschenreuter
Bildband

Die ehrwürdige Metropole an Pleiße und Weißer Elster inmitten der nach ihr benannten Tieflandsbucht hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich, sie bildet als größte Stadt Mitteldeutschlands eines seiner pulsierenden Zentren. In einer unnachahmlichen Melange aus Urbanität und Bodenständigkeit, aus Kreativität und Erfolg zwischen Boomtown und – seit der Flutung der südlich sich anschließenden Tagebaue – Idylle ist Leipzig eine Stadt, die man lieben muss.

Bamberger Hörnla

Bamberger Hörnla

Werner Schwanfelder

Vollendender Genuss

Zugegeben, es ist so etwas wie ein Croissant, und auch wenn das Wort eher bodenständig klingt, eben fränkisch: das Bamberger Hörnla. Um Missverständnisse zu vermeiden, sagt man auch Bamberger Hörnchen. Das ist keine fränkische Manie, sich in Hochdeutsch ausdrücken zu wollen. Unter Bamberger Hörnla könnte es zu Verwechslungen kommen. So heißt auch eine Kartoffel. Das Hörnchen ist 60 bis 75 Gramm schwer, goldbraun in der Farbe, sichelförmig mit sich stark verjüngenden Enden. Wichtig: Es schmeckt einfach unglaublich gut.

Hört sich wie Croissant an? Nein. Wirklich nicht. Schon äußerlich. Das Hörnchen ist schmaler, irgendwie eleganter. Innerlich: Aus Milch hergestellt, also eher mit einem Milchhörnchen verwandt. Zwei Bedingungen: Der reine Butteranteil beträgt mindestens 20 Prozent. Und der Hefeteig wird über Nacht geführt. Das unterscheidet von den Croissants. Außerdem: Bamberger Hörnchen genießt man, wegen des Fettanteils, immer solo. Bei Croissants wünschen sich auch die Fans noch einen Geschmacksverstärker, zum Beispiel ein Schokoladenzusatz. Man kann das Hörnchen allerdings bei einer Kaffeepause in den Kaffee eintunken. So vollgesogen mundet es auch.

Angeblich stammt das Hörnchen aus Wien, wo man mit diesem halbmondförmigen Gebäck an die Belagerung durch die Türken 1683 erinnerte. Doch das behaupten nur böswillige Menschen. Schon im frühen 15. Jahrhundert gab es in der Bamberger Königsstraße Nummero 9 einen Bäcker, der Götze Hornlein (= Hörnlein) hieß. Er war der historische Hörnchen-Schöpfer.

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Textquelle:

Schwanfelder, Werner: Bamberg: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Reiseführer, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag, 2015.

Bildquelle:

Ebd.

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