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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Die Saalnixe

Die Saalnixe

Carolin Eberhardt

Oder: Die Geschichte vom Schlitzöhrchen

Geschichten über Nixen gehören zu dem deutschen Sagenschatz. Allerorts in den deutschen Landen sind Sagen über die intriganten, aber wunderschönen Wasserwesen bekannt, deren Lebenszweck nur daraus zu bestehen scheint, die Menschen zu ärgern und zu täuschen. Auch in den fränkischen Gebieten sind derlei Legenden bekannt, von welcher die nachfolgende Erzählung berichten soll.

Unter den Bewohnern des nördlichen Frankens wurde die Saalnixe mit dem liebevollen Spitznamen Schlitzöhrchen oder Spitzöhrchen versehen. Die Sage berichtet, dass sich die Nixe meist im Saal- und Streugrunde zwischen Mellrichstadt bis hin nach Neustadt und sogar weiter den Talgrund entlang blicken ließ. Es bereitete ihr sichtlich Freude, die vorübergehenden Wanderer zu necken oder sie in verschiedenen Truggestalten in die Irre zu führen.

Eines Abends begab sich ein junger Mann spät auf dem Weg an der Saale entlang. Im Mondenschein setzte er sich nach einiger Zeit nieder, um sich auszuruhen. Plötzlich erschien ihm die Saalnixe als ein junges schönes Mädchen, welches aus dem Wasser emporstieg. Sie erweckte in solchem Ausmaß die Begierde und Leidenschaft des jungen Wanderers, dass dieser Alles um sich her vergaß und nur noch danach strebte, die Nixe zu erreichen. Während er aber weiterhin vergeblich versuchte, sich ihr anzunähern, war es darüber Morgen geworden. Und ebenso plötzlich wie das Mädchen ihm erschienen war, verschwand sie nun wieder in den Fluten. Mit dem Verschwinden der Nixe erwachte der Verstand des Knaben. Zu spät wurde er gewahr, wie weit er sich von seinem eigentlichen Weg durch die List der Nixe entfernt hatte.

Der Spitzname Schlitzöhrchen erklärt sich mit dieser Begebenheit nahezu von selbst. Hatte doch die Saalnixe wahrlich ihre Freude daran, ihr Unwesen und ihren Schalk mit den Männern zu treiben und diese in die Irre zu führen.


*****

In Anlehnung an: Schöppner, Alexander (Hrsg.): Sagenbuch der Bayrischen Lande: aus dem Munde des Volkes, der Chronik und der Dichter, Band 3, München: Verlag der Ratth. Rieger'schen Buchhandlung, 1853; Quelle der Sage: mündlich überliefert.

Vorschaubild: Märchen (Ritter und Nixe), Erstellungsjahr unbekannt, Urheber: Franz Hein via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

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