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Tanja Langer
Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung
Roman

Träumen, Erfinden, Erinnern: Ein großer Roman über eine kleine Frau

Ich habe meine Großmutter gekannt, aber ich wusste nicht, dass sie es war. Linda, Übersetzerin aus dem Persischen, lässt sich gern von ihren Träumen lenken, und so findet sie sich eines Tages in Lüneburg wieder: Dort lebte ihre kaum gekannte Großmutter Ida unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, geflohen aus Oberschlesien, verwitwet, mit fünf Kindern. Knapp eineinhalb Meter groß, arbeitete sie für den »Direktor des englischen Kinos«. Dieser Halbsatz entzündet Lindas Phantasie, und schon ist sie mitten in der Zeit der britischen Besatzung, von 1945 bis 1949: Ida verliert ihren Mann, Ida schrubbt Wäsche für die Tommys, und Ida begegnet Mr. Thursday. Sie fängt bei ihm im »Astra Cinema« an und merkt vor lauter Begeisterung für die Filme kaum, dass er sich in sie verliebt … Das Kino wird zum Gegenbild für die raue Wirklichkeit, durch die Ida und ihre kleine Rasselbande sich als »Flüchter« durchboxen, mit Einfallsreichtum, der Kraft der Träume und der Liebe, die sie verbindet. Indem Linda aus Sehnsucht nach der Großmutter, die sie nicht hatte, zu deren Erzählerin wird, verändert sie sich selbst – und erzählt noch dazu die Geschichte einer ganzen Epoche.

Barockschloss Schillingsfürst

Barockschloss Schillingsfürst

Werner Rosenzweig

Die Wiege der Fremdenlegion

Kaum jemand, der nicht schon von der sagenhaften Elitetruppe gehört hat. Doch wer weiß schon, dass die Wiege der französischen Fremdenlegion ausgerechnet im fränkischen Schillingsfürst liegt? Als im Jahr 1789 die Französische Revolution ausbrach und die Bauern sich gegen die Feudalherrschaft der königlichen Hofhaltung erhoben, flohen viele Adelige ins Ausland. Einige von ihnen zog es auch in das fränkische Schillingsfürst. Hier hatte der Adelige Fürst Karl Albrecht ein Jesuitenkolleg erbauen lassen, damit die adelige Jugend in Französisch, Mathematik und Philosophie unterrichtet werden konnte. Das gefiel den geflohenen französischen Feudalherren. Bald veranstalteten sie Theater- und Opernaufführungen und hielten große Gesellschaften, wie sie es vom feudalabsolutistischen Frankreich her kannten. Doch bald wollten sie ihre alten Pfründe in der Heimat zurückhaben. So unterstützten sie die Gegenrevolution und gründeten die „Legion Mirabeau“, welche zum Hohenlohischen Truppenkorps ernannt wurde. Bald standen zwei Regimenter mit jeweils 2.000 Soldaten bereit, welche von französischen Royalisten aufgestellt wurden. Im Jahr 1831 gingen die Regimenter in der französischen Fremdenlegion auf. Zur Erinnerung daran wurde am 13. Juni 2015 im Schloss Schillingsfürst ein kleines Museum eingerichtet. In den ehemaligen Soldatenunterkünften ist heute das Schloss-Café untergebracht.

Weitere Informationen:

Barockschloss Schillingsfürst

Am Wall 14

91583 Schillingsfürst

http://www.schloss-schillingsfuerst.de/

*****
Textquelle:

Rosenzweig, Werner: Romantische Straße: Die 99 besonderen Seiten der Region, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag, 2019.

Bildquelle:

Fotografien: Rosenzweig, Werner, entnommen ebd.

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