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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Heimkehr

Heimkehr

Ludwig Ganghofer

Unter dem Titel "Heimkehr: Neue Gedichte" (1883) publizierte der bayerische Heimatdichter Ludwig Ganghofer seinen Gedichtband, gefüllt mit sehnsuchtsvoller, emotionaler Poesie. Heimkehr ist auch der Titel des vorliegenden Gedichtes. Nachvollziehbar ist die Freude über die gelben Felder, über die abenddunklen Wälder, die ihn bei seiner Reise in die Heimat als erstes begrüßen und in ihm viele Erinnerungen wachrufen. Jede Kleinigkeit erfüllt den Ferngebliebenen mit neuer Freude, auch wenn es nur die weißen Straßen sind, die ihn zu seinem Elternhaus führen. Doch das idyllische Bild der Heimkehr wird getrübt durch die Tatsache, dass sich die Träume und Hoffnungen, die er mit seiner Heimat verbindet, nicht erfüllen. Denn es sind nicht nur die Bäume und Felder, die Wiesen und Wälder, durch die unser Herz einen Ort als Heimat annimmt. Viel mehr sind es die Lieben, die Familie und Freunde, die ein Zuhause erst ein Zuhause werden lassen.

Carolin Eberhardt

Seid gegrüßt, ihr gelben Felder,

Ihr ersten meines Heimatlands,

gegrüßt ihr abenddunklen Wälder,

du meiner Heimatsterne Glanz!

 

O seid mir freundlich, weiße Straßen,

zieht heimwärtsführend mir voraus –

hätt‘ ich doch niemals dich verlassen,

du meiner Eltern stilles Haus!

 

Ein Fürst an Stolz und kühnem Mute,

mit Hoffnung überreich bewehrt,

mit hellem Blick und heißem Blute,

so zog ich einst von deinem Herd.

 

Doch was ich sehnend auch erträumte,

versagte mir die Wirklichkeit.

Und was so wild mein Herz durchschäumte,

ward, ach, so stille mit der Zeit

 

Die goldne Hoffnung meiner Lieder

Schwand wie der Abendsonne Glut –

So kehr ich meiner Heimat wieder,

ein Bettler, arm an Kraft und Mut.

 

*****

Vorschaubild: photos/allein-junge-draußen-haus-heimat-1867464/, Urheber: Pexels auf Pixabay.

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