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Strandgut
Ein Inseltagebuch

Berndt Seite

Die Ostsee ist ein Sehnsuchtsort, an dem man seine Gedanken mit dem Meer schweifen lassen kann. Beim Anblick der Wellenbewegungen kommen Erinnerinerungen an das Auf und Ab des Lebens auf. In eindrucks- und stimmungsvollen Bildern beschreibt Berndt Seite in seinem Tagebuch philosophische Reflexionen in Rückblick auf sein privates und poltisches Leben. Das raue und derbe Klima der Ostsee, die verschiedenen Jahreszeiten am Meer haben dabei ihren ganz eigenen Charme und helfen ihm, alte Dinge abzustreifen und wieder zu sich selbst zu finden.

Der große Schimmel zu Lauingen

Der große Schimmel zu Lauingen

Carolin Eberhardt

Viele Sagen beschäftigen sich mit übernatürlichen Geschehnissen, unerklärlichen Phänomenen, manche aber haben auch überdurchschnittlich starke oder unnatürlich geartete Kreaturen der Erde als Inhalt. Ob es den weißen Schimmel zu Lauingen tatsächlich einst gegeben hat? Abwegig ist dies nicht unbedingt, bringt doch die Natur zuweilen von der Norm abweichende Exemplare einer jeden Gattung hervor. Ein Glück, dass das Tier in dieser Sage ein freundlich gesinntes Gemüt aufwies.

Carolin Eberhardt

Die Lauinger Sage berichtet von einem großen weißen Pferd, welches im Jahr 1260 zur Zeit des Alberti Magni in diesem Ort geboren wurde. Das Besondere an diesem Tier war wohl seine enorme Größe und Stärke, ebenso seine Länge, wodurch es überdurchschnittlich schnell laufen und unverhältnismäßig hoch springen konnte. Die Legende spricht davon, dass ein Mann, welcher das Tier reiten wollte, sich einer Leiter bedienen musste, um auf dessen Rücken aufsteigen zu können. Doch war diese Hürde erst einmal genommen, so war der Schimmel so folgsam und treu, dass er den Worten und Gesten seines Reiters stets ohne Widerwillen folgte. Zum Andenken an dieses Prachttier befand sich in Höhe des dritten Stockwerks des einstig als Hofturm bezeichneten heutigen Schimmelturms eine Inschrift mit der Jahreszahl 1260:

„Im Jahre 1260 zur Zeit Alberti Magni war in Lauingen ein weißes Pferd geboren, so von Leib sehr groß und hoch, auch fünfzehn Schuech lang worden, und seines schnellen Lauffes und hohen Springens halber sehr wundersamb gewesen.“

Der 54 Meter hohe Schimmelturm wurde im Jahr 1457 erstmalig mit seiner Grundsteinlegung erwähnt. Neben der Sage des großen Schimmels finden sich noch weitere in Fresken verewigte Sagen der Stadt Lauingen wieder.

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Textquelle:
In Anlehnung an: Schöppner, Alexander (Hrsg.): Sagenbuch der Bayrischen Lande: aus dem Munde des Volkes, der Chronik und der Dichter, Band 3, München: Verlag der Ratth. Rieger'schen Buchhandlung, 1853; Quelle der Sage: mündlich überliefert.

Bildquelle:

Vorschaubild: Fritz von Uhde - Ein Schimmel, 1880 via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

Lauingen Schimmelturm, 2009, Urheber: Dr. Eugen Lehle via Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0.

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