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Quatsch Didel Datsch

Kinderreime

von Norbert Neugebauer (Autor), Werner Kiepfer (Autor), Petra Lefin (Illustrator)

Kinder wollen unterhalten sein. Sie lieben Geschichten und Spaß, Rhythmus und Reim.
Das Spiel mit den Worten, die einen ähnlichen Klang aufweisen, fasziniert sie. Der Gleichklang und Rhythmus von Versen lassen sie die (Mutter-)Sprache spielerisch erfassen. Dadurch lassen sie sich schnell auswendig lernen, immer wieder nachsprechen und fördern so das Sprachvermögen. - Mit den liebevollen Zeichnungen von Petra Lefin bietet das Heft Unterhaltung für die ganze Familie.

Die drei Fräulein zu Unterhausen

Die drei Fräulein zu Unterhausen

Carolin Eberhardt

Jede Region Deutschlands hält in ihrem Sagenschatz unglaubliche und phantastische Geschichten über längst vergangene Zeiten bereit. Ob Fabeltiere, Riesen, Hexen oder Trolle: Sie alle sollen vor langer Zeit einmal gesehen worden sein. Ebenso verhält es sich mit verschiedenen Geistergeschichten, die insbesondere von Orten mit historischen Ruinen erzählt werden. In der bayrischen Sage kommt neben dem Gruselfaktor der Legenden zusätzlich ein Gottesbezug oder eine überdurchschnittliche Frömmigkeit der Hauptfigur hinzu. Auch die folgende Sage handelt von gottesfürchtigen Menschen, die nun ihr Los, verdient oder unverdient, auf ewig tragen müssen.

Carolin Eberhardt

Seit langer Zeit wird sich über die Gegend von Unterhausen bei Neuburg an der Donau folgende Geschichte erzählt: Von den Resten der sogenannten Kaiserburg soll der Sage nach eine Straße durch das Dorf Unterhausen und weiter hin zu einer gegenüberliegenden Anhöhe geführt haben. Besagter Weg soll aber nur so breit gewesen sein, dass drei Fräulein, genauer die letzten Töchter der Adligen auf der Kaiserburg, nebeneinander her gehen konnten. Die andere Anhöhe, zu welcher die Straße führte, war einst mit einer Kirche versehen, zu welcher die drei Jungfrauen zu Lebzeiten für gewöhnlich pilgerten. Noch heute, so berichtet die Sage, entdeckt der eine oder andere des Nachts seltsam anmutende und silbern schimmernde Nebelschleier in der Gegend, in welcher die Straße einst durch Unterhausen führte. Meist um die Mitternachtsstunde erklingt ein leiser, aber feiner Kirchengesang, der sich bereits außerhalb des Ortes vernehmen lässt. Wenn der Beobachter die beleuchteten Nebel genauer betrachtet, so erkennt er zuweilen die zarten Gesichter der jungen Mädchen, welche dann, durch den Blick des Betrachters traurig gestimmt, in ein erschütterndes Wehklagen verfallen. Ihren Weg zu dem Standort der einstigen Kirche setzen sie dennoch unbeirrt weiter fort. Keiner weiß jedoch über das Schicksal der Mädchen etwas zu berichten und so ist auch nicht bekannt, weswegen sie für immer dazu verdammt sind, ihren Pilgerweg jede Nacht bis in die Ewigkeit fortzuführen.

*****

Textquelle:
In Anlehnung an: Schöppner, Alexander (Hrsg.): Sagenbuch der Bayrischen Lande: aus dem Munde des Volkes, der Chronik und der Dichter, Band 3, München: Verlag der Ratth. Rieger'schen Buchhandlung, 1853; Quelle der Sage: mündlich überliefert.

Bildquelle:

Vorschaubild: Kaiserburg Oberhausen 4, 2021, Urheber: Bombe 444 via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0.


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