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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Kapelle Amorsbrunn

Kapelle Amorsbrunn

Carolin Eberhardt

Ein magischer Ort mit bewegter Geschichte

In Unterfranken, heute zu der Stadt Amorbach gehörend, befindet sich die kleine Kapelle Amorsbrunn, früher als Bergkapelle bezeichnet, mit darunter unterirdisch fließender Quelle, welche noch heute den Amorbach speist. Sowohl Stadt als auch Quellort haben ihren Namen aber nicht etwa zu Ehren des römischen Liebesgottes Amor oder zu Ehren Amors von Maastricht erhalten, sondern wurden vielmehr nach dem Heiligen Amor von Amorbach benant, welcher als Missionar am Oberrhein und im Elsass tätig war und bereits 734 das Kloster Amorbach gründete, von welchem aus letztlich der Odenwald christianisiert wurde. Im 12. Jahrhundert wurde Amor zu Ehren eine kleine romanische Kirche errichtet, deren Steine heute noch teilweise im Mauerwerk auszumachen sind. Mit dem Neubau des 15. /16. Jahrhunderts wurde die als heilkräftig geltende Quelle mit einem Zugang in der Kirche integriert. Dieser Zugang, noch heute auszumachen, wird mit einer Holzskulptur abgedeckt, auf welcher die Inschrift „Gott ist der Quell des Lebens“ zu lesen ist. 

Die Bayerische Sage berichtet überr die Historie des Ortes Ähnliches, denn einst, das genaue Jahr ist nicht bekannt, soll neben der heutigen Kapelle ein Nonnenkloster zu Ehren des Heiligen Amor errichtet worden sein. Unterirdisch existierte ein gewölbter Gang, welcher von der Abtei Amorbach im Tal bis zu dem Kloster geführt haben soll. Als nun während des Dreißigjährigen Krieges die Schweden in Unterfranken einfielen, stürmten sie auch das Kloster. Und weil die frommen Gottesfrauen sich den körperlichen Übergriffen der Soldaten erfolgreich widersetzten und den Feinden auch die Klosterschätze nicht preisgaben, so brannten die Schweden das Kloster bis auf die Grundmauern nieder. Obendrein ereilte die Nonnen das grausame Schicksal, dass sie in durchnagelte Fässer gepackt und darin den Berg hinabgerollt wurden.

Bereits im 16. Jahrhundert waren die zahlreichen Pilger, die das Quellwasser hauptsächlich gegen Kinderlosigkeit und Augenkrankheiten anzuwenden wussten, Anlass für die Erweiterung der Kapelle. Folglich entstand der gewölbte Chor mit dem farbig gefassten, spätgotischen Flügelaltar, auch als Wurzel-Jesse-Altar bezeichnet, das Christopherusbild an der äußeren Chorwand wurde 1535 ergänzt. Die links neben der Kapelle befindliche Sandsteinkanzel und die barocke Mariensäule wurden erst 1720 erbaut. Das einst überdachte „Heilbad“, ein Quellbecken mit Treppenstufen, ist ebenfalls im Rahmen der Erweiterungen des 16. Jahrhunderts entstanden.

Auch heute noch wird die Kapelle als Pilgerort genutzt, gar magisch wirkt der Ort in dieser idyllischen Landschaft, der Glaube an die Heilkräfte des Wassers sind auch in moderner Zeit nicht erloschen. Heute werden Führungen angeboten, bei welchen auch die Legenden und Überlieferungen rund um den Ort näher beleuchtet werden.

 

Öffnungszeiten

1.Mai – 01. November

10:00 – 17:00 Uhr

 

*****

Textquellen:

Schöppener, Alexander (Hrsg.): Sagenbuch der Bayerischen Land: Aus dem Munde des Volkes, der Chronik und der Dichter, München: Verlag der Matth. Rieger'schen Buchhandlung, 1853, S. 34.

Schäfer, Joachim: Amor von Amorbach in: Heiligenlexikon abgerufen von >https://www.heiligenlexikon.de/BiographienA/Amor_von_Amorbach.html< am 19.07.2022.

>https://www.amorbach.de/sehenswuerdigkeiten/kapelle-amorsbrunn/<  abgerufen am 19.07.2022.

 

Bidlquellen:

Vorschaubild: Amorsbrunn, die Kapelle über der Quelle, 2018, Urheber: Holger Uwe Schmitt via Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0.

Amorsbrunn Kapelle, 19. Jahrhundert, Urheber: Ludwig Müller via Wikimedia Commons Gemeinfrei.

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