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Roland Opitz
Kennst du Fjodor Dostojewski?

Das Leben Dostojewskis glich einer Achterbahnfahrt: stetig pendelnd zwischen Verehrung und Verachtung, zwischen Erfolg, Spielsucht und Geldnot. Mit 28 Jahren wurde er wegen revolutionärer Gedanken des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt, landet dann aber im sibirischen Arbeitslager.
Er gilt als Psychologe unter den Schriftstellern, derjenige der hinab schauen kann in die Abgründe der menschlichen Seele. Diese Biografie ist gespickt mit Auszügen aus seinen Meisterwerken sowie mit einigen seiner Briefe, die einen offenherzigen Menschen zeigen.

Die Leonhardifahrt in Bad Tölz

Die Leonhardifahrt in Bad Tölz

Isabell Meseck

Briefmarke Leonhardifahrt
Briefmarke Leonhardifahrt
Glänzend gestriegelt und prächtig geschmückt in leuchtenden Herbstfarben, so ziehen die Vierspänner alljährlich am 6. November durch die Straßen von Bad Tölz. An der Spitze des Zuges tragen die Reiter die Standarte des heiligen Sankt Leonhard, dem Schutzpatron von Ross und Vieh. Ihr Ziel ist der Kalvarienberg mit seiner Kreuzkirche und der Sankt Leonhard geweihten Kapelle.

Früher wurde die Leonhardifahrt nur von einzelnen Reitern ausgeführt. Sie zogen betend zum Kalvarienberg, der damals noch Höhenberg hieß, hielten dort Andacht und ritten dann wieder zur Stadt zurück, wo sie nach einer fröhlichen Feier wieder heim ritten.

Zu diesem Zeitpunk war die Leonhardifahrt noch regellos und lief nach keinem geordnetem Muster ab. Sie stand sogar kurz vor einem Verbot, da das Treiben immer öfter ausartete.

Jedoch wurde dies 1856 vom Tölzer Ortspfarrer Pfaffenberger geändert, indem er aus dem einfachenen Umreiten der Kapelle eine würdige und geordnete Wallfahrt gestaltete. Er war somit der Begründer der heute weltweit berühmten Tölzer Leonhardifahrt.

Frauen in Tracht
Frauen in Tracht

Anders als bei den Pfingstritten oder anderen Ritten zu Ehren der Pferdepatrone Georg, Stefan, Martin und Leonhard, an denen nur Männer teilnehmen dürfen, ist es bei der Leonhardifahr auch Frauen und Kindern gestattet. Allerdings reiten sie nicht selber, sondern fahren in feierlich geschmückten und von vier kräftigen Kaltblütern gezogenen so genannten Tafel- und Truhenwagen umher.

Natürlich hat die Prozession auch eine festgelegte Zugfolge: An der Spitze des Zuges sind die Reiter mit der Leonhardistandarte, danach folgen die Wagen mit den Geistlichen und den Stadträten, anschließend die Wagen mit den Frauen und Kindern. Dazwischen sind immer wieder verschiedene Reitergruppen und Musikanten.

Pünktlich um 9 Uhr, unter dem Geläut der Kirchenglocken, beginnt die Wallfahrt und führt hinauf zum Kalvarienverg, wo die Wallfahrer und ihre Pferde den Segen empfangen. Anschließend findet ein Gottesdienst statt. Gegen Mittag geht es zurück zur Stadt, wo die Leonhardifahrt nach einer erneuten Segnung an der Mühlenfeldkirche endet. Den Ausklang bildet am Nachmittag der Wettkampf der so genannten "Großschnalzer", einem rhythmischen Peitschenknallen, das weithin in der Stadt zu hören ist.

Die Leonhardifahrt ist noch heute ein Ausdruck tiefer Religion und vor allem Heimatliebe.

Für weitere Informationen besuchen Sie www.bad-toelz.de

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Textquelle: Tourismus Bad Tölz

Bild 1: gemeinfrei

Bild 2: Florian Schott www.wikipedia.de