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Rüdiger Fikentscher

Deutschland und anderswo
Reiseerlebnisse im 19. Jahrhundert

»Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen«, dichtete einst Matthias Claudius. Wie recht er damit hatte, zeigt sich in den im Buch versammelten Originalberichten aus Tagebüchern und Briefen von Mitgliedern einer besonders reisefreudigen Familie über fünf Generationen. Sie reisten geschäftlich, wegen der Wissenschaft, um Bildung zu erwerben und persönliche Verbindungen zu stärken. Auf jeden Fall individuell, doch kaum, um sich zu erholen. Weder arm noch reich wanderten oder fuhren sie durch Deutschland, Österreich, Frankreich und England, kamen sogar nach Übersee.

Mahrs Brauerei

Mahrs Brauerei

Werner Schwanfelder

Zünftig

Sie ist so in etwa das Zentrum des Stadtteils Wunderburg, eine Brauerei. Ein Brauhaus wurde 1602 das erste Mal erwähnt, nämlich im ersten gedruckten Bamberger Stadtplan. Gelagert hat man damals das Bier in einem Keller am Stephansberg. Das ist ein wichtiger Beweis (1610) für die Aktivitäten der Brauer. Die Gründung einer eigenen Brauerei wurde erst im Jahr 1670 beurkundet. Sie trug über lange Jahre den Namen „Zum Brenner“ und war im Wunderburg-Dorf sehr beliebt. 1908 wurde die ganze Brauerei abgerissen und in Backsteinform neu erbaut. Das heutige Backstein-Braugebäude ist damit nicht ganz so alt und trotzdem unter Denkmalschutz. Zu Recht, denn das gesamte Ensemble ist schön anzusehen. Nach dem Krieg begann man 1949 wieder mit dem Brauen und 1957 übernahm die heutige Inhaberfamilie Michel die Brauerei und nannte sie „Mahrs Bräu“. Die Bauten und das Bier haben gleichsam Tradition. Und die Michel-Mahrs pflegen sie. Sie haben sich sogar Pferde angeschafft und liefern das Bier wieder mit dem Pferdewagen aus. Der Ruf reicht bis nach Amerika. 2007 hat das „Men’s Journal“ die Brauerei mit einer besonderen Auszeichnung geehrt: „Best Brewery in the World“.

Hier gibt es auch die gemütlichste Gaststube der Welt. Umlaufende Lamperie (Holzvertäfelung) und Kachelofen, schmale Biertische und Bänke, eine dämmrige, niedrige Gaststube. Das ist so, wie’s eben war. Und wenn man dann in der Verlegenheit ist, ein Bier wählen zu müssen, sollte man den „Weißen Bock“ bestellen. Ein Genuss, der durch die Kehlen fließt.

Weitere Informationen:

Mahrs Brauerei

Wunderburg 10

96050 Bamberg

Tel.: 0951 9151717

www.mahrs.de

*****

Textquelle:

Schwanfelder, Werner: Bamberg: Die 99 besonderen Seiten der Stadt, Reiseführer, Halle (Saale): Mitteldeutscher Verlag, 2015.

Bildquelle:

Ebd.

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